Eine Geschichts- und Erinnerungstafel hält jetzt die Erinnerung an die 14 Toten aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg wach, die auf dem Friedhof Sittensen ihre letzte Ruhe gefunden haben. Bei den meisten Bestatteten handelt es sich um Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter oder Kriegsgefangene, die während des Zweiten Weltkrieges in der heutigen Samtgemeinde Sittensen eingesetzt wurden. Unter ihnen befinden sich auch drei Kinder von Zwangsarbeiterinnen.
Schülerinnen und Schüler eines Geschichtskurses des 11. Jahrganges der Ostetalschule (KGS) Sittensen haben sich im letzten Schuljahr durch intensive Recherchen in verschiedenen Archiven mit den Schicksalen der Toten beschäftigt. So konnten neben den Namen auch weitere Eckpunkte ihrer Biografie ermittelt werden. Bei der offiziellen Einweihung am gestrigen Gedenktag dem „Tag des Gedenkens für alle Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“ erhielten die Jugendlichen viel Lob für die von ihnen geleistete Arbeit.
In seiner Rede nahm Karl-Friedrich Boese, Bildungsreferent des Volksbund Bezirksverbandes Lüneburg/Stade, Bezug auf das Datum der Einweihung: „Nicht nur in Auschwitz wurde gemordet und gestorben, sondern auch hier in der niedersächsischen Provinz. Daher ist der 27. Januar, der Gedenktag an alle Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, ein gut gewähltes Datum für die Einweihung dieser Geschichts- und Erinnerungstafel.“
Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Truppen das deutsche Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Das Lager wurde zum Synonym für die Opfer des Völkermordes in der Zeit des Nationalsozialismus. Im Januar 1996 erklärte der damalige Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar zum zentralen Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus.