Meldungen aus dem Bezirksverband Lüneburg/Stade
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Volkstrauertag und Auftaktsammlung in Celle

Gedenken und Einsatz für die Friedensarbeit des Volksbundes


Bei Nieselregen und niedrigen Temperaturen versammelten sich am vergangenen Sonntag, dem Volkstrauertag, zahlreiche Menschen zur zentralen Gedenkveranstaltung im Stadtpark am Ehrenmal, um der Toten der beiden Weltkriege sowie der Opfer von Gewalt und Terror zu gedenken. 

Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 12 und 13 des Hermann-Billung-Gymnasiums (HBG) gestalteten die Gedenkveranstaltung mit ihren Beiträgen mit. 
 

Anhand von zwei Einzelschicksalen erinnerten sie an das Grauen des Zweiten Weltkrieges. Die Gymnasiastin Enya Rothberger wandte sich in Form eines Briefes an Waltraud Neika. Diese wurde 1944 von den Nationalsozialisten als sogenannt „arbeitsscheu“ und „asozial“ verhaftet. Sie war unter anderem im Konzentrationslager Bergen-Belsen interniert und verstarb im Alter von nur 21 Jahren im Hilfslazarett in Celle. Sie wurde auf dem Waldfriedhof beerdigt. In dem Brief heißt es: „Du musstest mit durchgehender Angst leben. Ich habe eine Familie und ein warmes Zuhause, du warst am Ende ganz allein.“

Seine pommersche Heimat musste der 83-jährige Richard Pollex 1944 auf der Flucht vor der Roten Armee verlassen. Er starb am 8. April 1945 in Celle während eines amerikanischen Luftangriffs. An ihn wandte sich die Gymnasiastin Stina Klaus mit den Worten: „Du bist in einer fremden Stadt gestorben und anonym begraben.“ Richard Pollex wurde ebenfalls auf dem Waldfriedhof beerdigt.

Die weiteren Rechercheergebnisse der Schülerinnen und Schüler sind in einer kleinen Ausstellung im Foyer des Rathauses zu sehen.

Die Gedenkstunde wurde musikalisch vom Bläserensemble der Kreismusikschule begleitet. Neben vielen Bürgerinnen und Bürgern waren unter anderem Oberbürgermeister Jörg Nigge, Landrat Axel Flader und Matthias Klein, der Kreisgeschäftsführer des Volksbundes, anwesend. Ebenso waren weitere Vertreter aus Stadt, Lokalpolitik, Bundeswehr und Gesellschaft anwesend. 

Neben Kranzniederlegungen und Totengedenken gehört traditionell auch die Nationalhymne zur Gedenkveranstaltung.

Auftakt der Haus- und Straßensammlung

Einen Tag zuvor, am Samstag, startete die jährliche Haus- und Straßensammlung des Volksbundes in Celle. Unter dem Motto „Gemeinsam für Frieden und Versöhnung” waren zahlreiche Freiwillige in der Stadt und im Landkreis Celle unterwegs. „Es ist weiterhin wichtig, Friedensarbeit zu betreiben – gerade auch für junge Leute“, betonte Matthias Klein, Geschäftsführer des Celler Kreisverbands.

Während des Wochenmarktes Auf der Stechbahn waren unter anderem Wilhelm Lilie, Oberstabsgefreiter Christin Eisermann, Stabsfeldwebel Kevin Bunce, Oberst Sönke Schmuck, Oberbürgermeister Jörg Nigge sowie Kinder von Bundeswehr-Reservisten mit den Sammeldosen des Volksbundes unterwegs. Musikalische Unterstützung erhielten sie vom Spielmannszug Wietzenbruch.